KI-Assistenten

Welche KI-Assistenten 2026 standardmäßig mit Ihren Eingaben trainieren

Anthropic, OpenAI, Google, Perplexity und Mistral gehen unterschiedlich mit Nutzereingaben um. Hier steht, was die Datenschutzrichtlinie jedes Anbieters tatsächlich zum Training und zur Speicherung sagt.

By Subger Editorial TeamUpdated 30. April 20266 min read

Warum die Standardeinstellung entscheidend ist

Die Nutzungsbedingungen jedes Verbraucher-KI-Abos legen fest, ob der Anbieter Ihre Konversationen verwenden darf, um künftige Modelle zu trainieren. Die Standardeinstellungen unterscheiden sich je nach Anbieter und ändern sich mit der Zeit. Die mit Abstand nützlichste Maßnahme besteht darin, am Tag der Anmeldung – und danach in regelmäßigen Abständen – unter Einstellungen → Datenkontrollen (oder dem Äquivalent) nachzusehen, denn die Voreinstellungen können sich mit Richtlinienänderungen verschieben.

Anthropic Claude

Laut anthropic.com/legal/privacy trainieren die Verbraucherkonten Claude Pro und Max standardmäßig keine Modelle mit Nutzereingaben. Auch der Datenverkehr über die Anthropic-API wird standardmäßig nicht zum Training verwendet. Die Enterprise-Bedingungen variieren je nach Vertrag. Die Standardeinstellung „Training aus“ ist die strengste unter den großen US-amerikanischen Assistenten.

OpenAI ChatGPT

Laut openai.com/policies/privacy-policy verwenden ChatGPT-Verbraucherkonten (Free, Plus, Pro) Eingaben standardmäßig zum Trainieren der Modelle. Das Opt-out ist unter Einstellungen → Datenkontrollen → „Das Modell für alle verbessern“ dokumentiert. ChatGPT-Team- und -Enterprise-Konten sind standardmäßig auf „kein Training“ eingestellt. Das Opt-out ist dokumentiert, aber für Einzelpersonen standardmäßig aktiviert – also genau umgekehrt zur Haltung von Anthropic.

Google Gemini

Laut gemini.google/policy-guidelines kann die Verbraucheraktivität von Google Gemini verwendet werden, um Googles Dienste zu verbessern. Die Einstellung „Web- & App-Aktivitäten“ im Google-Konto des Nutzers steuert die Speicherung; ein Pausieren begrenzt die Speicherung, doch die genaue Wechselwirkung mit den Trainingsdaten variiert je nach Workspace-Kontext. Prüfen Sie die Richtlinie für die von Ihnen genutzte Stufe direkt.

Perplexity und Mistral

Laut perplexity.ai/hub/legal/privacy-policy trainiert Perplexity im Verbraucherplan standardmäßig keine Modelle mit Nutzerdaten. Laut mistral.ai/legal/privacy-policy ist der Umgang mit Le Chat von Mistral in deren Datenschutzrichtlinie dokumentiert – prüfen Sie diese, bevor Sie Annahmen treffen. Da Mistral seinen Hauptsitz in der EU (Paris) hat, gilt die DSGVO unmittelbar, was einen strukturellen Unterschied zu den US-basierten Wettbewerbern darstellt.

Praktischer Rat

Für sensible Eingaben (rechtlich, medizinisch, unternehmensintern): Nutzen Sie eine kostenpflichtige Stufe bei einem Anbieter, dessen Standard „kein Training“ ist (Claude Pro, Perplexity Pro), oder eine Team-/Enterprise-Stufe eines beliebigen Anbieters (diese sind durchweg standardmäßig auf „kein Training“ eingestellt). Für den Alltagsgebrauch: Der Datenschutzunterschied ist in der Praxis gering; wählen Sie nach Leistungsfähigkeit und Preis. Fügen Sie niemals Passwörter, API-Schlüssel oder personenbezogene Daten in eine Verbraucher-KI-Stufe ein.

Quellen

Anthropic-Datenschutz: anthropic.com/legal/privacy. OpenAI-Datenschutz: openai.com/policies/privacy-policy. Google-KI-Richtlinie: gemini.google/policy-guidelines. Perplexity-Datenschutz: perplexity.ai/hub/legal/privacy-policy. Mistral-Datenschutz: mistral.ai/legal/privacy-policy. Alle URLs abgerufen am 30.04.2026.